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ONE YEAR TO GO: Sandro Viletta - ein Jahr vor der Heim-WM

Besser hätte es das Wetter gar nicht meinen können. Beim Treffen mit Sandro Viletta, ein Jahr vor der Ski WM 2017, herrscht der Winter über St. Moritz. „Wenn ich Menschen, die noch nie hier waren, das Engadin erklären will, sage ich immer: Willst Du richtigen Winter sehen und spüren, musst du hierher kommen.“ An diesem Tag hätten sie es erlebt.

Ski WM 2017
05.02.2016
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So wie Olympiasieger Sandro Viletta eine Heim-WM erleben wird, „das ist das Grösste für einen Sportler“, sagt er, „ein WM-Heimrennen, vor eigenem Publikum“. Aufgewachsen ist er in La Punt Chamues-ch, mitten in diesem grandiosen Hochtal, er lebt bis heute dort, nicht nur sein Spitzname „Punto“ im Skizirkus zeugt von seiner Verbundenheit mit der Engadiner Heimat. Und natürlich kennt er die Hänge auf der Corviglia wie seine Westentasche. Er liebt den trockenen, speziellen Schnee, die vielen für die Orientierung schwierigen Geländeübergänge, gerade oberhalb der Baumgrenze: „Normalerweise“, sagt Viletta, „orientiert man sich bei Toren, die man sehr spät sieht, an Bäumen.“ Hier ist alles Weiss, diese Herausforderung mag er.

Viletta trotzt Schnee und Wind, er will sich an diesem Tag ein Jahr vor WM-Beginn ein Bild vom Start zur Männerabfahrt machen. Er schaut den „Freien Fall“ hinunter, freut sich auf die Herausforderung, innert sechs Sekunden auf 140 km/h zu beschleunigen, „vielleicht“, sagt er lachend, „gilt in der Kompression beim ersten Mal das Motto ‚Augen zu und durch‘“. Er hat auf die Speeddisziplinen gewechselt, das ist jetzt sein Metier.

Dem Ziel Heim-WM ordnet Viletta alles unter. Nach einer Knochenprellung im Dezember hat er die Saison abgebrochen, er will im kommenden Winter absolut fit sein. So sehr es einen Wettkämpfer wie „Punto“ schmerzt. Aber er hat die WM 2003 in seiner Heimat erlebt, hautnah. Beim Kombislalom war er einer von drei Vorläufern, die Erinnerungen an die „unglaubliche Stimmung“ zaubert heute noch ein Lächeln auf sein Gesicht.

Bei der WM selbst war Viletta im Einsatz als Teamkollege Silvan Zurbriggen am 16 Februar WM-Silber im Slalom holte. Und Viletta weiss genau, wo: In Sörenberg fuhr er damals einen FIS-Slalom. Die Rangliste liest sich aus heutiger Sicht höchst interessant: 17. Patrick Küng, 43. Viletta, 44. Beat Feuz, 45. Carlo Janka. Alles in allem zweimal Olympia-Gold, zweimal WM-Gold, zweimal WM-Bronze.

Und dieses glänzende Quartett führt in genau einem Jahr das Schweizer Herrenteam zur Heim-WM in St. Moritz. Mitten hinein in den Trubel im Dorf und im Zielgelände Salastrains, ins Schweizer Fahnenmeer bei den Rennen und Medaillenfeiern.

Bei Sandro Viletta ist die Vorfreude riesig, er wird dieses eine Jahr, diese 365 Tage nutzen, um am Tag X bereit zu sein. Denn wo er eine Medaille feiern würde, das weiss der Einheimische natürlich schon jetzt: „Das ist klar, in meinem Heimatort La Punt!“

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