MENU VOLUNTARI

Die Stunde der Schweizer bei den St. Moritz Finals

Tränen der Freude und Momente der Rührung, Jubel und Enttäuschung, dazu diese ganz spezielle Mischung aus Wehmut wegen des Endes eines langen, intensiven Winters und der Vorfreude auf ein bisschen freie Zeit ohne Stress. Der Abschlusstag des Weltcup Finals ist immer ein ganz besonderer Tag, und in St. Moritz war es zusätzlich mitreissend, weil das nächste Rendezvous auf der Corviglia die Weltmeisterschaften 2017 im kommenden Februar ist.

Ski World Cup
20.03.2016

Und was war das heute für eine Show, die geboten wurde! Am emotionalsten sicher der Augenblick, als Lara Gut die grosse Kristallkugel für den Gesamtsieg in den blauen Engadiner Himmel stemmte. 21 Jahre mussten die Schweizer Skifans darauf warten, dass wieder eine Schweizerin diese wichtigste Trophäe im alpinen Skisport gewann. Die Tessinerin stand neben Marcel Hirscher, er durfte die grosse Kristallkugel zum fünften Mal in Folge in Empfang nehmen und setzte damit eine neue historische Marke. Lara Gut strahlte, der berechtigte Stolz war ihr anzusehen. Jetzt wird sie ein paar Tage „von der Bildfläche verschwinden“, wie sie sagte, dann geht es zu Skitests zurück auf die Berge, schliesslich wird die Konkurrenz nicht schwächer, und ab dem Auftakt in die WM-Saison 2017 ist sie die grosse Gejagte.
 
Oder denken wir an Daniel Yules grossartigen Auftritt im ersten Lauf im Slalom. Das grosse Schweizer Talent ging danach als Leader in den zweiten Durchgang diesmal vermochte er dem Druck noch nicht standzuhalten, Andre Myhrer (Sd) gewann. Aber Yule hat gezeigt, was er kann, und die Konkurrenz hat genau hingeschaut bei seinem schnellen Tanz durch die Stangen am WM-Berg. „Mein zweiter Lauf war nicht so gut“, sagte Yule, „aber so ist das halt. Jetzt kommt der Sommer, und ich muss mit aller Konsequenz weiterarbeiten, dann kommt das schon gut.“ Die Gelassenheit eines jungen Mannes, der weiss, dass er seine Grenzen noch lange nicht erreicht hat.
 
Doch das war längst nicht alles, was die Zuschauer mitriss. Die Österreicherin Eva-Maria Brem erfüllte sich den Kindheitstraum der besten Riesenslalomfahrerin eines Winters, immer wieder brach ihre Stimme bei den vielen Interviews, die sie geben durfte, die Emotionen waren nicht zu kontrollieren. Oder Viktoria Rebensburg, die mit einem fulminanten zweiten Lauf den Tagessieg errang – aber mit zwei Punkten den Kampf um die Kristallkugel gegen Eva-Maria Brem verlor. Zwei Punkte nach einem langen Winter mit Hochs und Tiefs… dann lagen sich die beiden in den Armen, und Eva-Maria Brem verriet, was Viktoria Rebensburg ihr in diesem Moment sagte: „Dass ich es verdient habe. Wir sind auf der Piste grosse Rivalinnen, aber wir gehen immer mit ungeheurem Respekt miteinander um.“ Das sind die ganz grossen Momente des Sports.
 
Und neben der Piste sorgte ein Abschied für Emotionen. Werner „Höffi“ Hoffmann beendet nach sechs Jahren sein Engagement als Kommandant der grandiosen Piloten des PC-7-Teams. Seine Junge verabschiedeten sich mit einem schier unglaublichen Auftritt vom Chef, man hatte beinahe das Gefühl, sie setzten in Sachen Spektakel, Kreativität, Eleganz und Präzision die Massstäbe nochmals höher an, als man es von ihnen gewohnt ist.
 
Das Weltcup Finale 2016 ist Geschichte, in weniger als einem Jahr geht es an gleicher Stelle auf der Corviglia mit der Weltmeisterschaft weiter. Das herrliche Wetter, insgesamt 30‘000 Zuschauer, grosse Duelle auf der Piste, die einzigartige Atmosphäre in der Engadiner Bergwelt, ein reibungsloser Ablauf –  der Vorgeschmack auf die WM 2017 hätte besser nicht sein können.

Im Fotostream auf Flickr besten Impressionen des heutigen - historischen - letzten Wettkampfkampf einer langen Saison

Und hier im Engadin ist es noch lange nicht vorbei: Jetzt beginnt das Frühlingsskifahren! Die Pisten sind super in Schuss, die Schneeverhältnisse ein Traum und wer würde jetzt nicht gerne die Original-Strecken der WM selbst testen? Mehr Infos gibt es unter: www.engadin.stmoritz.ch/fruehlingsskifahren

 

 

Diese Seite empfehlen
Online-Anmeldung